Dog Mushing mit Sven Haltmann in Bettles

Ein zufälliger Kontakt mit Huskies weckte in ihm die Abenteuerlust, und er beschloss, nach Alaska auszuwandern. Aufs Geratewohl habe er sich auf dem Betrieb eines Hundeschlittenführers gemeldet. Sein erster Arbeitsort, an dem er seine Bewährungsprobe bestand, lag nördlich von Anchorage. Inzwischen ist er Teilhaber der «Bettles Lodge» im Herzen Alaskas.
 

Seit 1999 lebt der professionelle Iditarod Musher Sven Haltmann aus Appenzell in Alaska. Hier betreut er als Guide und Hundeschlitten-Führer internationale Gäste auf seinen abenteuerlichen Hundeschlitten Touren im Gates of the Arctional National Park, Alaska

Sven Haltmann (geboren 1977) ist Spross der Familie Hans Haltmann-Koller in Appenzell. Ein zufälliger Kontakt mit Huskies weckte in ihm die Abenteuerlust, und er beschloss, nach Alaska auszuwandern. Aufs Geratewohl habe er sich auf dem Betrieb eines Hundeschlittenführers gemeldet. Sein erster Arbeitsort, an dem er seine Bewährungsprobe bestand, lag nördlich von Anchorage. Inzwischen ist er Teilhaber der «Bettles Lodge» im Herzen Alaskas. Als «Professional Racer, Dog Sledding Guide & Outdoor Enthusiast» wird er auf der Homepage des Unternehmens (bettleslodge.com) vorgestellt. Er führt Gäste in die Wildnis hinaus, von der er sagt: Da ist es so einsam, dass einem Potersalp so belebt erscheint wie die City von Zürich.
 

Authentischer geht nicht

Die Lodge, ein Gasthaus mit vierzehn Doppelzimmern, bildet das Herzstück eines Dörfchens mit 26 Einwohnern. Es entstand zu Zeiten des Goldrauschs, blieb aber vom Rummel verschont. Touristen kommen aufgrund der Verkehrslage nur selten hin: Man erreicht es nur mit Hundeschlitten, Schneetöff oder per Flugzeug. Bettles liegt nördlich des Polarkreises auf halber Strecke zwischen Anchorage und der arktischen Nordküste Alaskas. Es verfügt über die einzige Kerosintankstelle weit und breit und wird deshalb von Kleinflugzeugen mit bescheidener Reichweite als Zwischenstation geschätzt. Forscher, Jäger, Trapper, Fischer und Naturfreunde geben sich im saisonalen Wechsel die Klinke in die Hand.

Terrestrisch ist Bettles vor allem im Winter erreichbar. Sven hat die Erlaubnis erwirkt, eine Piste von der Lodge zur berühmten «Ice Road» für Trucker anzulegen, die in 50 Kilometer Entfernung vorbeiführt. Wer ihr von Anchorage aus rund fünf Stunden folgt, gelangt an den Abzweiger. Mit Hundeschlitten sind es weitere drei Stunden. Dann landet man in der warmen Stube der Lodge, die Sven Haltmann erstmals mit dem Gefühl betrat, nach Hause zu kommen.

Die Wegbeschreibung macht deutlich, dass ein Flug nach Bettles die einfachere Lösung ist. Allerdings sind Flüge kostspielig und für reine Materialtransporte zugunsten der Dorfbewohner fast unerschwinglich: 70 Rappen pro Pfund sei viel, wenn der ganze Bedarf an Vorräten und Baumaterial auf diesem Weg beschafft werden müsste. Deshalb nutzt man die Wintersaison, um möglichst viel Ballast auf dem Schnee zu bewegen. Allein das Hundefutter wäre unerschwinglich, müsste es eingeflogen werden, sagt Sven. Geflogen wird mit modernen, neun- beziehungsweise zehnplätzigen Maschinen ab Anchorage oder Fairbanks. Die Lodge arbeitet mit je einem Hotel zusammen, das Gäste aufnimmt, falls das Wetter den «Hüpfer» nach Bettles vorübergehend nicht zulassen sollte.
 

Da brannte sein Herz

Die «Bettles Lodge» bietet ausschliesslich Arrangements, die auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind. «In aller Regel tasten wir uns im Mail-Verkehr an die Absichten neuer Gäste heran und klären ab, wie weit sie mit unverfälschter Wildnis vertraut sind.» Wer sich auskennt, könne sich für einen Trip an einem bestimmten Punkt absetzen und an einem vereinbarten Zielort wieder abholen lassen. Häufig betreut aber auch ein Guide (Führer) eine Einzelperson oder eine kleine Gruppe. In dieser Funktion kam Haltmann erstmals nach Bettles. Er führte eine Gruppe und begegnete einer sportlichen Joggerin: Jamie, die Tochter der Lodgeinhaberin Lynda Klaes, hatte es ihm angetan. Die beiden sind heute ein Paar.
 

Es lockt das Abenteuer

Das wilde Alaska wird von Jägern gern aufgesucht. Wölfe, Schwarzbären und Grizzlys sind so zahlreich, dass sie – natürlich nur mit entsprechender Lizenz – unbeschränkt erlegt werden dürfen. Die Lodge betreut auch Angler, die nicht in einer Horde von Lachsfischern Schulter an Schulter stehen wollen. Die Guides kennen Laichgewässer, wo der Speisefisch, der zum Ablaichen aus dem Meer in die Flussläufe hochsteigt, gefangen werden kann.

In jüngster Zeit hat sich Sven Haltmann den Zugang zu einigen Trapperhütten gesichert. So ist er in der Lage, mehrtägige Hundeschlittentouren anzubieten – mit Übernachtung in beheizbaren Räumen. Als Highlight der Wintersaison bezeichnet er die Nordlichter, die in der Gegend in 80 Prozent der Nächte zu sehen sind. Sven ist nicht unglücklich, wenn er bei seiner Tätigkeit zur Abwechslung einmal seinen Appenzeller Dialekt strapazieren kann. Nicht zuletzt deshalb führt er mit Jamie und Lynda in seine Wunderwelt am Samstag ein.



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